Talking about Digital Methods

Research Interviews und Gespräch

– Irina Kaldrack und Nadine Sander, Mai 2015

Mit dem Suchbegriff “digitale Kulturen” tritt die unhintergehbare Verwobenheit der gegenwärtigen Lebenswelt mit digital gestützten Technologien in den Blick. Als Kommunikations- und Distributionsmittel, als Repräsentations- und Wahrnehmungsmedien, als Technologien der Erfassung, Verrechnung und Beobachtung formen diese gleichermaßen Kultur wie sie durch Praktiken und Kulturtechniken geformt werden. Sie erzeugen mediale Gegenstände, für deren Zugang wiederum digitale Technologien erforderlich sind. In ihrer Prozessualität einerseits und ihrer Kopplung an Praktiken des Umgangs mit medialen Gegenständen andererseits lassen sie sich als produzierende, prozessierende und repräsentierende Methoden auffassen. Ohne digitale Methoden, so lässt sich schließen, ist weder die Produktion, noch der Umgang mit medialen Gegenständen möglich und schon gar nicht deren (medien-)wissenschaftliche Erschließung.

Vor diesem Hintergrund entfaltet die Interviewserie “Talking about Digital Methods” diskursive Formationen zur gegenwärtigen Auseinandersetzung und gibt einen Einblick in die derzeitige Diskussion. ExpertInnen verschiedener Fachbereiche, wie z.B. Medien-, Sozial- und Kulturwissenschaften skizzieren ihr Verständnis von und ihre Haltung zu digitalen Methoden.

Anlass und Rahmen für die Interviews war der Workshop Reverse Engineering Digital Methods, veranstaltet von der AG Daten und Netzwerke der Gesellschaft für Medienwissenschaft. Im Zentrum der gemeinsamen Diskussion standen zwei Fallstudien aus dem Bereich der Twitterforschung und die daran anschließenden Fragen: Lässt sich und wie lässt sich eine spezifische Sozialität erfassen, die in der Nutzung von Twitter entsteht? Welche Rolle spielen dabei die digitalen Analysetools, mittels derer die Aktivitäten auf Twitter vermessen werden?

Während des Workshops zeigten sich verschiedene Dimensionen der Diskussion, unterschiedliche Problemlagen und drängende Fragen, die sowohl während der Präsentationen und Diskussionen immer wieder thematisiert wurden als auch in einem einleitenden Werkstattgespräch. Als Stränge der Auseinandersetzung zeichneten sich ab: Digitale Methoden vs. Datamining; akademische Methoden vs. kommerzielle Methoden; die Zugänglichkeit der Daten und ihre Agency/Performativität in der Wissensproduktion; Neuheitsrhetorik vs. historische/genealogische Dimension; Evidenzpraktiken, Narration und Methodenreflektion; das Basteln und Bauen von Prototypen und deren mögliches Scheitern.

Über uns

Re-thinking methods: Experiments&Interventions als Methode eines kontinuierlichen und diskursanalytischen Überdenkens und Umdenkens von Bedingungen und Perspektiven digitaler Kulturen und ihrer Erforschung. Mehr dazu auf der Seite Über uns...

Das DCRL ist Teil des Centre for Digital Cultures (CDC) an der Leuphana Universität Lüneburg.

Kontakthof 2.0

Das Theaterprojekt „Kontakthof 2.0. Living in digital cultures“ wurde für die Verabschiedung des Innovations-Inkubators, Bereich Digitale Medien der Leuphana Universität Lüneburg erarbeitet, ein von 2009 bis 2015 von der EU gefördertes Projekt zur regionalen Entwicklung. Die Aufführung fand am 24.6.2015 im Rahmen der Abschlussveranstaltung des Inkubators an der Universität in einem Seminarsaal statt. Das Stück wurde in einem Seminar mit Studierenden zum Thema „TheorieTheater“ entwickelt. Eine ausführliche Projektdokumentation sowie den dazugehörigen Mitschnitt finden sie auf der Unterseite “Kontakthof 2.0. Embodiment of Remix und TheorieTheater“.