Einleitung

Experiments&Interventions. Diskursanalytische Ästhetiken als Methode für digitale Kulturen.

— Martina Leeker mit Irina Kaldrack, Oktober 2014

Digitale Kulturen, verstanden als durch vernetzte Computer hervorgebrachte Umgebungen und unser Handeln in ihnen, bedingen derzeit grundlegende Umwälzungen und Reformulierungen unserer Vorstellungen von Mensch, Handlungsfähigkeit, Kritik, Politischem, Technologischem und Wissen. Sie absorbieren nämlich Mensch und sein Handeln und verschleiern dies. Dieser Umstand ist allerdings nicht allein der Technik geschuldet, sondern speist sich gleichermaßen aus Gebrauchs- und Diskursgeschichten. Wie also mit einer Situation umgehen, in der es scheinbar kein Außen mehr gibt? An dieser Stelle werden Experiments&Interventions als Methode eines kontinuierlichen, diskursanalytischen Überdenkens und Umdenkens von Bedingungen und Perspektiven digitaler Kulturen vorgeschlagen. Sie soll Einblick in die subjektivierenden, epistemologischen und gouvernementalen Effekte digitaler Kulturen geben und zugleich solche technischen Verfahrensweisen und Verhaltensordnungen erzeugen, die es ermöglichen, nicht dermaßen regiert zu werden (Michel Foucault). Dazu wird das diskursanalytische Vorgehen zudem mit ästhetischen Verfahrensweisen verbunden (Discourse-analytic aesthetics for digital cultures), um zum einen das Potenzial Letzterer zu nutzen, bestehende Ordnungen des Sinnlichen und des Sinns zu verschieben. Zum anderen werden ästhetische Methoden wie Verkörperungen und Inszenierungen sowie Ebenen wie Erleben und Wahrnehmung herangezogen, um Diskurse in ihrer Relevanz und ihren gouvernementalen Effekten erlebbar zu machen und damit die Reichweite der Erkenntnis diskursanalytischer Recherche zu erhöhen. Insbesondere werden diskursanalytische Interventionen und Experimente erprobt und diskutiert, um diesen Aufgaben nachzukommen und die nötigen über- und umdenkenden Formen des Handelns, der Kritik, politischer Öffentlichkeit und Ökonomie sowie des Zugangs zu Wissen zu generieren.

Zur Lage. Zwischen schwachen Ontologien und Epistemologie

Diskursanalytische Ästhetik

Experiments&Interventions

 

Über uns

Re-thinking methods: Experiments&Interventions als Methode eines kontinuierlichen und diskursanalytischen Überdenkens und Umdenkens von Bedingungen und Perspektiven digitaler Kulturen und ihrer Erforschung. Mehr dazu auf der Seite Über uns...

Das DCRL ist Teil des Centre for Digital Cultures (CDC) an der Leuphana Universität Lüneburg.

Kontakthof 2.0

Das Theaterprojekt „Kontakthof 2.0. Living in digital cultures“ wurde für die Verabschiedung des Innovations-Inkubators, Bereich Digitale Medien der Leuphana Universität Lüneburg erarbeitet, ein von 2009 bis 2015 von der EU gefördertes Projekt zur regionalen Entwicklung. Die Aufführung fand am 24.6.2015 im Rahmen der Abschlussveranstaltung des Inkubators an der Universität in einem Seminarsaal statt. Das Stück wurde in einem Seminar mit Studierenden zum Thema „TheorieTheater“ entwickelt. Eine ausführliche Projektdokumentation sowie den dazugehörigen Mitschnitt finden sie auf der Unterseite “Kontakthof 2.0. Embodiment of Remix und TheorieTheater“.