Die Generation Y. Powernapper im Soziale-Netze-Land

— Martina Leeker, September 2015

In dieser Rahmung erzählten die Studierenden von ihrem Befinden in neoliberalen und digitalen Kulturen. Aus Improvisationen während der Proben wurden Kernsätze dazu destilliert. Sie bezogen sich u. a. auf die ihnen zugeschriebenen Charakteristika der so genannte Generation Y.

Aufrüttelnd war, unter welchem Druck die Studierenden stehen und sich selbst stellen. Dies mag in der Tat ein Effekt der neoliberalen Selbstkontrolle sein. Eine wichtige Rolle spielen dabei in dieser Generation das Netzwerken und Netzwerke. Die sozialen Netzwerke bedingen eine Art sozialen Stress, durch den Beziehungen und Aktivitäten geprägt sind. Über professionelle Netzwerke, so die Erfahrung, würde die Vergabe von Jobs geregelt. Arbeitgeber würden nämlich den Grad der Vernetzung vor einer Einstellung prüfen. Das Netzwerk „Xing“ wirbt sinnfällig auf seiner Site mit dem Motto: „50% aller Jobs werden über Kontakte vergeben. Und XING ist das Netzwerk für berufliche Kontakte: 200.000 neue Kontakte werden hier jeden Tag geknüpft.“ (ebda.)

Als Fazit wurde nach der Recherche- und Probenphase zusammengefasst, dass diese „Generation“ nicht mehr außerhalb von digitalen Netzwerken existieren könne. Sie seien gleichsam die existentielle Grundlage, die von der Organisation des Studiums, über die der Arbeit bis hin zu Beziehungen reiche. Diese Bedingungen und diese Erfahrungen bildeten gleichsam die Folie sowie den (schau-)spielerischen Untertext (Gerhard Ebert, Rudolf Penka (Hg.) – Schauspielen, Berlin (DDR) 1985) für die Inszenierung der von Sarah Kresse und Lea Meinersdorf verfassten „Netzwerkszene“.

Über uns

Re-thinking methods: Experiments&Interventions als Methode eines kontinuierlichen und diskursanalytischen Überdenkens und Umdenkens von Bedingungen und Perspektiven digitaler Kulturen und ihrer Erforschung. Mehr dazu auf der Seite Über uns...

Das DCRL ist Teil des Centre for Digital Cultures (CDC) an der Leuphana Universität Lüneburg.

Kontakthof 2.0

Das Theaterprojekt „Kontakthof 2.0. Living in digital cultures“ wurde für die Verabschiedung des Innovations-Inkubators, Bereich Digitale Medien der Leuphana Universität Lüneburg erarbeitet, ein von 2009 bis 2015 von der EU gefördertes Projekt zur regionalen Entwicklung. Die Aufführung fand am 24.6.2015 im Rahmen der Abschlussveranstaltung des Inkubators an der Universität in einem Seminarsaal statt. Das Stück wurde in einem Seminar mit Studierenden zum Thema „TheorieTheater“ entwickelt. Eine ausführliche Projektdokumentation sowie den dazugehörigen Mitschnitt finden sie auf der Unterseite “Kontakthof 2.0. Embodiment of Remix und TheorieTheater“.