Living in a Smart House

Best Practices fürs Leben in digitalen Kulturen

— Martina Leeker, September 2016

Überblick

Im November 2014 fand in Kooperation des Digital Cultures Research Lab (DCRL) der Leuphana Universität Lüneburg mit dem Living Place der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg (HAW) ein transdisziplinärer Workshop statt. Es ging darum, Methoden und Praktiken zu erkunden, mit denen einer ambivalenten Situation begegnet werden kann, die vom Wohnen in selbst-organisierten, sogenannten smart houses ausgelöst wird. In diesen technologischen Environments werden nämlich, etwa zur Regelung von Temperatur oder Beleuchtung, Daten von den Bewohner_innen erhoben, was zumeist ohne deren Wissen und Wollen geschieht. Auf diese Weise erlangen menschliche Agierende durch die technischen Umwelten zwar Wissen über sich selbst, da Vorgänge sichtbar werden, die ansonsten verborgen blieben. Zum anderen entziehen sich die technologischen Operationen aber der Kenntnis ihrer Nutzer_innen. In solchen smarten Umgebungen unter Dauerbeobachtung gestellt, taucht deshalb die Frage auf, wie man sich vor dieser schützen und zugleich die Errungenschaften der technischen Umwelten nutzen kann. Bei den Erprobungen von Verhaltensweisen und Ästhetiken, die dabei helfen, mit der genannten Ambivalenz umzugehen, wird immer in Rechnung zu stellen sein, dass es keine umfängliche Transparenz und kein alles durchdringendes Verstehen mehr geben wird. Vielmehr gilt es, mit dem partiellen Nicht-Verstehen umzugehen und gerade daraus Praktiken und Verhaltensweisen zu entwickeln.

Die genannten Fragen zu erkunden, kamen die Verantwortlichen des Living Place, Kai von Luck, Tobias Eichler und Susanne Draheim, mit Kultur- und Medienwissenschaftler_innen bzw. Studierenden der Leuphana Universität sowie mit Künstler_innen im Workshop zusammen. Der Workshop wurde konzipiert und organisiert von Irina Kaldrack und Martina Leeker, beide 2014 Mitarbeiter_innen am DCRL, unter Mitwirkung von Nishant Shah, Digital School der Leuphana Universität Lüneburg. Ebenso von der Leuphana Universität nahmen teil Leon Kaiser, Robert Rapoport und Tobias Schulze, und als Gast Özge Cakirbey. Die beteiligten Künstler_innen waren die Performance- und Medienkünstler_innen Elke Utermöhlen und Martin Slawig, Black Hole Factory, Braunschweig sowie der Musiker und Medienkünstler Roger Mills, Sydney, Australien. Die technischen Umgebungen sollten im Workshop zum Performen gebracht werden. Zugleich waren es diese, die die menschlichen Agierenden zu Performances anleiteten.

Anton Moosleitner hat aus dem Video-Material, das beim Workshop entstand, zwei Filme erstellt, die eigene Geschichten vom performing smart house erzählen.

Film 1. The End of Stupidity. Ein Film von Anton Moosleitner

Das Smart House: Kai von Luck, Tobias Eichler, Susanne Draheim

Die Universität: Leon Kaiser, Irina Kaldrack, Martina Leeker, Robert Rapoport, Tobias Schulze, Nishant Shah

Die Künstler_innen: Elke Utermöhlen, Martin Slawig, Roger Mills

Gäste: Özge Cakirbey


Film 2. Making sense – Performing Data. Ein Film von Anton Moosleitner

Mit Elke Utermöhlen und Martin Slawig

Über uns

Re-thinking methods: Experiments&Interventions als Methode eines kontinuierlichen und diskursanalytischen Überdenkens und Umdenkens von Bedingungen und Perspektiven digitaler Kulturen und ihrer Erforschung. Mehr dazu auf der Seite Über uns...

Das DCRL ist Teil des Centre for Digital Cultures (CDC) an der Leuphana Universität Lüneburg.

Kontakthof 2.0

Das Theaterprojekt „Kontakthof 2.0. Living in digital cultures“ wurde für die Verabschiedung des Innovations-Inkubators, Bereich Digitale Medien der Leuphana Universität Lüneburg erarbeitet, ein von 2009 bis 2015 von der EU gefördertes Projekt zur regionalen Entwicklung. Die Aufführung fand am 24.6.2015 im Rahmen der Abschlussveranstaltung des Inkubators an der Universität in einem Seminarsaal statt. Das Stück wurde in einem Seminar mit Studierenden zum Thema „TheorieTheater“ entwickelt. Eine ausführliche Projektdokumentation sowie den dazugehörigen Mitschnitt finden sie auf der Unterseite “Kontakthof 2.0. Embodiment of Remix und TheorieTheater“.