B’EAU PAL

— Martina Leeker, August 2015

Zudem wurden weitere Interventionen in Sachen Bhopal von Yes Men durchgeführt. Ein öffentlichkeitswirksames Projekt war 2009 die Intervention „B’EAU PAL“ zum 25. Jahrestages des Unglücks. Es wurde verseuchtes Wasser aus Bhopal auf Londoner Straßen zum Verkauf angeboten. Auch dies war ein Fake, denn in den Flaschen befand sich kein Wasser aus Bhopal. Als Yes Men und sie begleitende Aktivisten die Mitarbeiter_innen von Dow in der Londoner Dependance des Konzerns aufsuchen und das Wasser verteilen wollten, fanden sie diese leer vor. An dieser Aktion war auch Sathyu Sarangi beteiligt und damit fand die Aktion deutlicher im Kontext der Jahrzehnte lang währenden Bemühungen der Menschen vor Ort um eine reelle Entschädigung statt.

Während Yes Men auch bei dieser Aktion eher den größeren Kontext im Auge haben, nämlich den Handel mit Wasser in einer marktliberalistischen Ökonomie, dürfte für die Menschen vor Ort das tägliche Überleben im Vordergrund stehen. Dieses beschreiben Dirk Peitz und Alex Masi in ihrem Artikel in der „Welt“:

„Da liegt wirklich Gift unter dem Teich. Untersuchungen sowohl indischer Behörden als auch von Greenpeace International haben die Belastung des Bodens und des Grundwassers auf dem ehemaligen UCIL-Gelände und darum herum wiederholt und zweifelsfrei dokumentiert. Giftiges Quecksilber findet sich dort und Rückstände längst vergessener Ur-Insektizide wie Lindan und DDT, die mutmaßlich vor Beginn der Sevin-Produktion im Werk Bhopal verarbeitet wurden. Das entdeckte Chloroform und Tetrachlormethan wiederum könnte ein Überbleibsel der Sevin-Produktion sein. Die restlichen Funde in Boden und Grundwasser klingen nach Altmetallsammlung: Blei, Nickel, Kupfer, Chrom, Cadmium. Art und Grad der Kontaminierung variieren, je nachdem, wo genau die Proben genommen wurden. Doch fast überall werden jegliche erdenklichen internationalen Gesundheits- und Umweltstandards verletzt. Niemand, kein Mensch und kein Tier, sollte dieses Wasser aus diesem Boden trinken.“

welt.de

Über uns

Re-thinking methods: Experiments&Interventions als Methode eines kontinuierlichen und diskursanalytischen Überdenkens und Umdenkens von Bedingungen und Perspektiven digitaler Kulturen und ihrer Erforschung. Mehr dazu auf der Seite Über uns...

Das DCRL ist Teil des Centre for Digital Cultures (CDC) an der Leuphana Universität Lüneburg.

Kontakthof 2.0

Das Theaterprojekt „Kontakthof 2.0. Living in digital cultures“ wurde für die Verabschiedung des Innovations-Inkubators, Bereich Digitale Medien der Leuphana Universität Lüneburg erarbeitet, ein von 2009 bis 2015 von der EU gefördertes Projekt zur regionalen Entwicklung. Die Aufführung fand am 24.6.2015 im Rahmen der Abschlussveranstaltung des Inkubators an der Universität in einem Seminarsaal statt. Das Stück wurde in einem Seminar mit Studierenden zum Thema „TheorieTheater“ entwickelt. Eine ausführliche Projektdokumentation sowie den dazugehörigen Mitschnitt finden sie auf der Unterseite “Kontakthof 2.0. Embodiment of Remix und TheorieTheater“.