Technologische Bedingungen der Interventionen

— Martina Leeker, August 2015

Der Analyse der Machtbeziehungen soll die der technologischen Bedingungen der Interventionen von Yes Men hinzugefügt werden, um deren Relevanz für digitale Kulturen zu ermitteln. Dabei geht es allerdings nicht darum, dass und wie Interventionen von digitalen Kulturen vereinnahmt werden, wie Mirko Tobias Schäfer und Hans Bernhard (PDF, Mirko Tobias Schäfer; Hans Bernhard: Subversion ist Schnellbeton. Zur Ambivalenz des Subversiven in Medienproduktionen, Bielefeld 2008) ausführen. Bei ihnen steht die Überlegung im Zentrum, dass subversive Strategien, wie sie auch Yes Men nutzen: „den ‚angegriffenen’ Unternehmen und Institutionen Schwachstellen ihrer Kommunikation und Medienpraxis auf (-zeigen, Einfügung M.L.), die anschließend repariert werden können.“ (PDF, Mirko Tobias Schäfer; Hans Bernhard: Subversion ist Schnellbeton. Zur Ambivalenz des Subversiven in Medienproduktionen, 2008, S. 15). Und weiter heißt es:

„Es wurde gezeigt, dass die subversiven Strategien, die der medialen Praxis in Kunst und Aktionismus zugeschrieben werden, auch in Politik und Werbung angewandt werden, um Aufmerksamkeit für Themen und Botschaften zu erregen. Das Subversive dient hier lediglich als eine Technik der Kommunikation, des Transportes von Botschaften von Sendern zu Empfängern. Die Botschaft selber ist austauschbar. Mit der Entwicklung subversiver Strategien zur Kommunikation von Inhalten wird das kulturelle Reservoir dieser Praktiken erweitert. Das Subversive ist also nicht bei jenen zu lokalisieren, die mit dem Subversiven assoziiert werden, sondern bei all jenen, die subversive Strategien anwenden. Die Ästhetik und die Kommunikationsstrategien des ‚Hacktivismus’, der ‚Culture Jammers’ oder der ‚Kommunikationsguerilla’ haben sich als wenig resistent gezeigt gegenüber der Inkorporation in die Kulturindustrie. Anstatt die Zeichen zu entstellen, wie Barthes es noch forderte, muss die Subversivität von Kommunikationsstrategien selbst entstellt werden, um sie so wirkungslos werden zu lassen.“

Mirko Tobias Schäfer; Hans Bernhard: Subversion ist Schnellbeton. Zur Ambivalenz des Subversiven in Medienproduktionen, 2008, S. 16, auf mtschaefer.net (PDF)

An dieser Stelle soll es nun vielmehr darum gehen zu zeigen, wie Interventionen im Stile der Yes Men mit Fake, Performance, (Über-)Affirmation und strategischer Mediennutzung an der Konstitution digitaler Kulturen unter Verwendung von deren technologischen Möglichkeiten mitwirken. Interventionen heißt das, werden zu Rate gezogen, um eine schwache Phänomenologie digitaler Kulturen, insbesondere bezogen auf politische Öffentlichkeit und Partizipation zu skizzieren.

Über uns

Re-thinking methods: Experiments&Interventions als Methode eines kontinuierlichen und diskursanalytischen Überdenkens und Umdenkens von Bedingungen und Perspektiven digitaler Kulturen und ihrer Erforschung. Mehr dazu auf der Seite Über uns...

Das DCRL ist Teil des Centre for Digital Cultures (CDC) an der Leuphana Universität Lüneburg.

Kontakthof 2.0

Das Theaterprojekt „Kontakthof 2.0. Living in digital cultures“ wurde für die Verabschiedung des Innovations-Inkubators, Bereich Digitale Medien der Leuphana Universität Lüneburg erarbeitet, ein von 2009 bis 2015 von der EU gefördertes Projekt zur regionalen Entwicklung. Die Aufführung fand am 24.6.2015 im Rahmen der Abschlussveranstaltung des Inkubators an der Universität in einem Seminarsaal statt. Das Stück wurde in einem Seminar mit Studierenden zum Thema „TheorieTheater“ entwickelt. Eine ausführliche Projektdokumentation sowie den dazugehörigen Mitschnitt finden sie auf der Unterseite “Kontakthof 2.0. Embodiment of Remix und TheorieTheater“.