Über uns

— Martina Leeker, Oktober 2014

Vernetzte digitale Kulturen werden zeitgenössisch gerne als ubiquitäre technische Umwelten beschrieben und inszeniert, die auf Kooperationen zwischen Menschen und technischen Dingen setzen. Diese Lage wird zur Herausforderung für Methoden der Erforschung dieser Kulturen sowie des Umgangs mit ihnen, da die Analyse von Einzelmedien oder die Behauptung eines technischen Apriori die entstehende Gemengelage nicht mehr erfassen können. Wie das für digitale Kulturen konstitutive Zusammenspiel von Praxen, Technologie, Inszenierungen von Technik sowie wissenschaftlichen Diskursen über sie als deren Gebrauchsgeschichte untersucht und dargestellt werden kann, ist die Frage des Forschungsbereiches Re-thinking methods des Digital Cultures Research Lab (DCRL) der Leuphana Universität Lüneburg. Ziel ist es, avancierte medien- und kulturwissenschaftliche Forschung mit der Entwicklung von Medienformaten und digitalen Tools und Plattformen so zu verbinden, dass ein kritischer und reflektierter Umgang mit technologischen Umwelten möglich werden kann. Dies zu erreichen, werden Wissenschaftler_innen, Aktivisten_innen, Künstler_innen, Designer_innen, Informatiker_innen und Hacker_innen zusammengebracht.

Die Reibung von Theorie und Praxis, Forschung und Anwendung soll es zudem ermöglichen, ein Dilemma der Methoden-Forschung zu bewältigen. Es gilt nämlich darauf zu reagieren, dass Methoden an der Erzeugung dessen beteiligt sind, was sie erforschen, Technik und Medien vorgeben, was entdeckt, wie es untersucht und dargestellt werden kann und schließlich wissenschaftliche Diskurse konstitutiv sind für die kulturellen Lagen, die sie beschreiben und analysieren. These ist, dass gerade für digitale Kulturen eine auf Dauer gestellte Reflexion und Selbst-Beobachtung da unabdingbar geworden sind, wo sie sich vor menschlichen Nutzern verschließen bzw. verschlossen werden.

Dieser Konstitution soll in einer Methodologie einer eingreifenden Kritik und Reflexion in Gestalt einer diskursanalytischen Ästhetik für digitale Kulturen begegnet werden. Mit ihr wird zum einen in medienwissenschaftlich informierter Forschung erkundet, welche Auswirkungen für Regierbarkeit und Wissen technologische Gebrauchsgeschichten haben und zum anderen mit Experiments&Interventions erprobt, welche Konstellationen denkbar sind, um erstere zu unterlaufen. Ästhetische Methoden sind für diese Reflexionslogik deshalb besonders geeignet, weil sie Auswirkungen einer auf Praxen fokussierenden Technologie erst spürbar und darin erkennbar werden lassen. Zum anderen ermöglich eine diskursanalytische Ästhetik in Verschiebungen des Sichtbaren Veränderbarkeit zu behaupten sowie neue Optionen zu entwerfen und zu erproben.

Auf dieser Website des Forschungsbereiches Re-thinking methods des Digital Cultures Research Lab (DCRL) werden Experiments&Interventions in den Bereichen: Experiment-/elle Forschung, Diskursanalytische Methoden für digitale Kulturen, Wissensordnungen, Politische Ökonomie, Environments und Infrastrukturen sowie Organisationen dokumentiert sowie wissenschaftlich kontextualisiert und analysiert.

Personen

Prof. Dr. Martina Leeker

Theater- und Medienwissenschaftlerin sowie Regisseurin/Dramaturgin für Theorie-Theater, Wissenschafts-Performances und diskurskritische Interventionen (Experiments&Interventions). Seit Herbst 2013 Senior Researcher im DCRL, Schwerpunkt: Re-thinking methods. Forschungsschwerpunkte: Kritische Medienanthropologie; Diskurs- und Gebrauchsgeschichte von Medien; Digitale Kulturen; Medien-Animismus; Medienkunst; Theater und Medien; Verbindung von Kunst, Wissenschaft, Technik und Industrie (Art and Technology); Geschichte, Theorie und Praxis von Interventionen; Kritische Methoden in den Digital Humanities.

Dr. Irina Kaldrack

Medienwissenschaftlerin, seit Herbst 2013 Research Associate (PostDoc) im DCRL, Schwerpunkt: Re-thinking methods. Studium der Mathematik und Theaterwissenschaft, Promotion in Kulturwissenschaft. Forschungsschwerpunkte: Theorie und Geschichte digitaler Medienkulturen, Methodenfragen der Medienwissenschaft, Medien- und Wissensgeschichte menschlicher Körperbewegung sowie Kultur- und Mediengeschichte der Mathematik.

Oona Braaker

Studentin der Kulturwissenschaften und Digitalen Medien/Kulturinformatik an der Leuphana Universität Lüneburg. Seit Oktober 2013 SHK am Centre for Digital Cultures (CDC). Mitarbeit im Bereich Video und am Korsakow-Projekt.

Leon Kaiser

Student der Kulturwissenschaften, Digitalen Medien und Philosophie im Rahmen des Studium Individuale an der Leuphana Universität Lüneburg. Seit Herbst 2014 SHK im DCRL.

Jonas Keller

Student der Kulturwissenschaften und Digitalen Medien/Kulturinformatik an der Leuphana Universität Lüneburg. Seit Juni 2015 SHK im DCRL, Mitarbeit im Bereich Video.

Jannik Leenen

Student der Kulturwissenschaften und Digitalen Medien/Kulturinformatik an der Leuphana Universität Lüneburg. Seit Herbst 2013 studentische Hilfskraft (SHK) am Centre for Digital Cultures (CDC). Mitarbeit im Bereich Video.

Tobias Schulze

Student der Musik- und Medienwissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin. Seit Frühjahr 2014 SHK im DCRL. Mitarbeit am Korsakow-Projekt und technische Betreuung der Webpräsenz Experiments&Interventions.

Nicole Smith

Studentin der Kulturwissenschaften und Digitalen Medien/Kulturinformatik an der Leuphana Universität Lüneburg. Seit Juli 2015 SHK am Centre for Digital Cultures (CDC). Mitarbeit im Bereich Video.

 

Über uns

Re-thinking methods: Experiments&Interventions als Methode eines kontinuierlichen und diskursanalytischen Überdenkens und Umdenkens von Bedingungen und Perspektiven digitaler Kulturen und ihrer Erforschung. Mehr dazu auf der Seite Über uns...

Das DCRL ist Teil des Centre for Digital Cultures (CDC) an der Leuphana Universität Lüneburg.

Kontakthof 2.0

Das Theaterprojekt „Kontakthof 2.0. Living in digital cultures“ wurde für die Verabschiedung des Innovations-Inkubators, Bereich Digitale Medien der Leuphana Universität Lüneburg erarbeitet, ein von 2009 bis 2015 von der EU gefördertes Projekt zur regionalen Entwicklung. Die Aufführung fand am 24.6.2015 im Rahmen der Abschlussveranstaltung des Inkubators an der Universität in einem Seminarsaal statt. Das Stück wurde in einem Seminar mit Studierenden zum Thema „TheorieTheater“ entwickelt. Eine ausführliche Projektdokumentation sowie den dazugehörigen Mitschnitt finden sie auf der Unterseite “Kontakthof 2.0. Embodiment of Remix und TheorieTheater“.