3rd order Paranoia

— Martina Leeker, Oktober 2014

In dieser Dramaturgie der eskalierenden Bezugnahmen und Widersprüche entstand ein sich wechselseitig aufschaukelndes, selbstbezügliches, sich in sich selbst wieder einspeisendes System von Schichten und Typen von Paranoia. Aus diesem gab es kein Entrinnen, weil digitale Kulturen grundlegend auf Paranoia beruhen. Diese Dramaturgie sollte es ermöglichen, Paranoia haben zu können, ohne ihren diskursiven und politischen Effekte zu verfallen. Es geht mithin um eine 3rd-Order-Paranioa, die beobachtet und sich beobachtet und darin eine neue Erkenntnisform generiert, die als Beobachtung der Beobachtung eine Anerkennung des Nicht-Kontrollierbaren bringt und damit aus den technologischen Bindungen aussteigt. Diese Ordnung kann wohl vor allem mit Ästhetiken und Methoden der Dekonstruktion hergestellt werden. Zu diesen gehören z. B. das Spiel mit Zeitlichkeiten, durch die eine Spalte entsteht, in die sich noch nichts eingeschreiben konnte und in der somit Macht und Paranoia noch nicht angelangt sind. Es kann zudem mit dem Überschuss an Zeichen, Effekten und Wahrnehmungen operiert werden, der nicht schnell genug paranoid vereinnahmt werden kann.

Über uns

Re-thinking methods: Experiments&Interventions als Methode eines kontinuierlichen und diskursanalytischen Überdenkens und Umdenkens von Bedingungen und Perspektiven digitaler Kulturen und ihrer Erforschung. Mehr dazu auf der Seite Über uns...

Das DCRL ist Teil des Centre for Digital Cultures (CDC) an der Leuphana Universität Lüneburg.

Kontakthof 2.0

Das Theaterprojekt „Kontakthof 2.0. Living in digital cultures“ wurde für die Verabschiedung des Innovations-Inkubators, Bereich Digitale Medien der Leuphana Universität Lüneburg erarbeitet, ein von 2009 bis 2015 von der EU gefördertes Projekt zur regionalen Entwicklung. Die Aufführung fand am 24.6.2015 im Rahmen der Abschlussveranstaltung des Inkubators an der Universität in einem Seminarsaal statt. Das Stück wurde in einem Seminar mit Studierenden zum Thema „TheorieTheater“ entwickelt. Eine ausführliche Projektdokumentation sowie den dazugehörigen Mitschnitt finden sie auf der Unterseite “Kontakthof 2.0. Embodiment of Remix und TheorieTheater“.